an Matthias Henze von Jimdo
Matthias, warum war es dir ein Bedürfnis, über deine langjährigen Erfahrungen mit Soloselbständigen zu schreiben?
Seit 20 Jahren begleite ich mit Jimdo Selbstständige und habe dabei so viele inspirierende Menschen und Geschichten kennengelernt: aus ganz unterschiedlichen Branchen, mit völlig verschiedenen Lebenswegen. Diese Energie wollte ich weitergeben. Ich will mit dem Buch Mut machen – zeigen, dass Selbstständigkeit keine Heldenreise sein muss, sondern eine zutiefst menschliche, oft herausfordernde, aber erfüllende Reise.
„Das Unternehmen bist du“ bedeutet: Dein Business ist mehr als ein Job, es ist Ausdruck deiner Persönlichkeit. Du bestimmst, was du machst, mit wem du arbeitest und in welchem Tempo du vorangehst. Genau darin liegt die große Freiheit, aber auch die Verantwortung.
Wie war die Erfahrung des Schreibens und Veröffentlichen als Erstautor für dich? Was hat dich besonders gefreut, überrascht, gestresst oder beeindruckt?
Das Feedback nach der Veröffentlichung hat mich wirklich berührt. Viele Leser*innen haben sich darin wiedergefunden, das war unglaublich schön. Und klar: Der Schreibprozess war auch fordernd. Als Unternehmer bin ich es gewohnt, schnell zu iterieren – ein Buch aber verlangt Tiefe und Geduld. Mit dem Murmann Verlag hatte ich dabei einen Partner, der das Projekt mit klarem Blick und dem richtigen Gespür begleitet hat; das hat menschlich und fachlich richtig gut gepasst. Ob ich weiter schreibe? Definitiv – die nächste Idee schwirrt schon in meinem Kopf herum.
Du hast verschiedene Einblicke in die Buchbranche gewonnen. Was sind besondere Herausforderungen, die du siehst – und wie kann man ihnen begegnen?
Die Buchbranche steht wie viele andere vor einem Umbruch. Sichtbarkeit wird zur Herausforderung, nicht nur im Regal, sondern vor allem digital. Gleichzeitig ist das Buch selbst ein erstaunlich resilienter Kulturträger. Ich glaube: Wer Leser*innen wirklich berührt, wer Geschichten erzählt, die Kraft haben, wird gehört. Aber es braucht neue Wege der Vermarktung, mehr Mut zur Kooperation, und auch ein Umdenken, wie Bücher entstehen und vertrieben werden.
KIs wie ChatGPT beantworten immer häufiger direkt Fragen. Was bedeutet das für Verlage und Autor:innen – und wie bleibt man sichtbar?
Das Informationsverhalten verändert sich rasant und grundlegend. Immer häufiger liefern KI-Systeme direkt Antworten, bevor jemand überhaupt auf eine Website oder ein Buch stößt. Für Autor:innen und Verlage heißt das: Inhalte müssen heute nicht nur überzeugen, sondern auch sichtbar sein – nicht nur über SEO, Social Media oder Buchhandlungen, sondern zunehmend direkt in KI-Systemen.
Bei Jimdo versuchen wir genau dabei zu unterstützen: mit KI-basierten Tools, die Selbstständigen helfen, ihre Inhalte klarer zu strukturieren, gezielter sichtbar zu machen und schneller gefunden zu werden. Qualität bleibt entscheidend – aber sie braucht heute die richtigen Wege, um ihr Publikum zu erreichen. Genau darum geht es auch für Autor:innen im KI-Zeitalter.
Und zum Schluss: Warum sollte man zu deinem Panel auf der BUCHBERLIN kommen?
Weil es um weit mehr geht als um ein Buch. Es geht um Selbstbestimmung, um Unternehmergeist und darum, wie wir Arbeit und Leben neu gestalten können. Wer selbstständig ist – oder damit liebäugelt – bekommt neue Perspektiven, echte Geschichten und konkrete Impulse. Und wer im Verlag, Buchhandel oder Content-Business unterwegs ist, erfährt, warum Solo-Selbständige die Hidden Champions unserer Zeit sind – und was das für die Branche bedeutet.
Weitere Infos zum Buch unter: https://www.matthiashenze.com/mein-buch/
Stell deine Fragen am BUCHBERLIN-Samstag (27.9.) um 11.30 Uhr im moderierten Talk mit Matthias Henze und Tobias Milbrandt.
Weitere Infos über Klaus unter: www.dein-schreibcoach.de